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Geschichte Georgiens
Georgien
Die muttersprachliche
Bezeichnung für Georgien sakartwelo (georg.
das Land der Georgier) tritt erst im 10. Jahrhundert
n. Chr. auf. Unter diesem Begriff wurde das durch
die kartwelischen Stämme besiedelte Territorium des
Südkaukasus verstanden. Bis zum 10 Jh. n. Chr. (Vereinigung
Georgiens) haben verschiedene Zusammenschlüsse kartwelischer
Stämme voneinander unabhängig existiert.
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Die alten kartwelischen Stämme und
die ersten Staatsbildungen im Südkaukasus
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Anhänger,
Bronze,
18.-16. Jh. v. Chr.
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Eine bedeutende
ethnische Gruppe bildete der südkartwelische Stamm,
der in assyrischen, luvischen und urartäischen Quellen
des 15. bis 7. Jh. v. Chr. als Uschki und von
den Griechen als Moskhoi bezeichnet wurde. Sie
werden mit dem georgischen Stamm der Meskhen
gleichgesetzt.
Nach der Vernichtung des Muschkenreiches durch die Kimmerer
und Urartäer seit den 70er Jahren des 7. Jh. v. Chr.
wanderte eine große Gruppe der Muschken nach Nordosten
und ließ sich auf dem Territorium des heutigen südwestlichen
Georgiens nieder. |
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Später werden die Griechen
dieses Land Moshhike, d.h. das Land der Moskhen
nennen, das in den späteren georgischen Quellen als
Samzche oder auch Meskheti genannt wird.
Der erste große Zusammenschluss kartwelischer Stämme
auf dem Territorium des südwestlichen Georgien wird
diauchi genannt. (späterer Name dieser Provinz
ist Tao)
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In der Mitte des 8. Jh.
v. Chr. wurde ein Teil von Diauchi von den
Urartäern erobert, der andere Teil jedoch an den westkartwelischen
Staat Kolcha angeschlossen.
Kolcha (in den urartäischen Quellen auch kulcha
genannt) bildete den Zusammenschluss, der in den assyrischen
Texten des 12. Jh. v. Chr. kilchi genannt wird.
Allmählich hatte sich dieser zu einem mächtigen Staat
entwickelt, der seinen Höhepunkt im 8. Jahrhundert
erreicht hatte, als er das Königsreich Diauchi endgültig
vernichtet und sich dessen Territoriums bemächtigt
hatte und als in der Literatur das erste Mal die ethnisch-politische
Bezeichnung „kolchis“ beim Epiker Eulemos von Korinth
genannt wird. Über „die goldreiche Kolchis" erzählt
die Sage über die Argonauten, die vom fernen
Griechenland durch das schwarze Meer nach Kolcha kommen,
um das bekannte goldene Vlies nach Griechenland zu
bringen. Der antike griechische Schriftsteller Euripides
hat diese Geschichte in seinem Werk „Medeia“
künstlerisch dargestellt. Auch bei anderen griechischen
und römischen Quellen (Herodot, Strabon Aristoteles,
Arrian, Plinius u. a.) sind die Angaben über Kolchis
anzutreffen.
In den 20er Jahren des 8. Jh. v. Chr. nahm die Macht
von Kolcha ab, und es wurde von den Stämmen der Kimerer
endgültig vernichtet.
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Das kaukasische Iberien – das Ostgeorgische
Reich
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Die griechisch-römische
Welt hat zwei Iberien gekannt, das eine im Westen
auf der Pirinäenhalbinsel und das andere im Osten
im Kaukasus auf dem Territorium des heutigen Ostgeorgiens.
Erster König dieses Landes war Pharnavas. Er ist Begründer
der Königsdynastie, die in georgischen und armenischen
Quellen als Pharnavazianer bezeichnet wurde. Diesem
König wird die Durchführung einer ganzen Reihe von
Reformen zugeschrieben, die wichtigen davon sind die
Schaffung der georgischen Schrift, die territorielle
Einteilung des Landes in fiskalisch-administrative
und militärische Bezirke, sowie die Einführung der
Staatsämtern, einer gesamtstaatlichen Religion, darunter
des königlichen Kults von Armazi.
Das 1. und. 2. Jh. v. Chr. ist die Blütezeit Iberiens,
dessen Machtentfaltung mit der Regierungszeit des
Königs Pharsman II. zusammenfällt, der in den 30er
Jahren des 2. Jh. herrschte. Die altgeorgischen Geschichtsquellen
überliefern als seinen Beinamen „qweli“, was wörtlich
„der Heldenmütige“ bedeutet.
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Die Bekehrung Iberiens zum Christentum
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Dschwari,
Mzcheta
VI-VII Jh.
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Im 4./ 5. Jh. n. Chr.
haben sich im politischen, sozialen und kulturellen
Leben des Landes Ereignisse von großer Bedeutung zugetragen,
von denen der Übernahme des Christentums als Staatsreligion
eine besondere Bedeutung zukommt. Die Bekehrung Kartlis
(Iberien) wird nach den altgeorgischen sowie armenischen
und bysantischen Quellen der heiligen Nino zugeschrieben.
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Nino war die einzige
Tochter des berühmten kappadokischen Feldherrn und
Verfechters des Christentums Zabilon und seiner Ehefrau
Susanna. Als Nino zwölf Jahre alt war, verkauften
ihre Eltern ihr ganzes Vermögen, das Geld verteilten
sie an Bettler und pilgerten nach Jerusalem, wo Nino
2 Jahre bei einer alten Armenierin aus Dwin verbrachte.
Danach begegnete sie Ripsime, einer Frau königlicher
Herkunft. Mit ihr und anderen fünfzig Frauen floh
sie nach Armenien, wo alle von dem armenischen König
Trdat gemartert wurden. Nino allein blieb am Leben
und begab sich nach Kartli. (ausführlicheres darüber
bei „Die Bekehrung Kartlis“) Nach der abenteuerlichen
Reise gelangte sie in die Hauptstadt Kartlis Mzcheta,
wo sie erleben musste, wie das Volk die heidnischen
Götter Armazi, Gazi und Gaim anbetete. Nino rief daraufhin
Christus an, der solch ein fürchterliches Unwetter
auf die Erde sandte, dass die Götzen stürtzten. Später
hat Nino die Zweige einer Weinrebe mit eigenen Haaren
zusammengebunden, ein Kreuz daraus gemacht und es
in einen Broombeerstrauch gestellt, unter dem sie
wohnte. Sie tat Wunder und heilte Kranke, auch die
Königin Kartlis Nana, die lange an einer schweren
Krankheit litt. All das machte sie mit dem Namen Christi
und es gelang ihr, viele Leute zum Christentum zu
bekehren, unter anderen auch die Königin Nana. Doch
der Ibererkönig Mirian blieb seinem Glauben treu,
bis an einem Sommertag, dem 20. Juli auf der Jagd
im Wald ein Wunder geschah: Gegen Mittag verdeckten
plötzlich Wolken die Sonne und es wurde so dunkel,
dass der allein zurückgebliebene und in Furcht geratene
König nichts mehr sehen konnte. Er rief vergebens
seine Götzen um Hilfe. Als er später aus Verzweiflung
Christus anbetete, verschwand die Finsternis augenblicklich
und Mirian pries Ninos Gott. Gleich am nächsten Tag
schickte der König Boten nach Griechenland um Priester
zu holen und Nino bekehrte das Volk zum rechten Glauben.
In den georgischen Quellen („ Die Bekehrung Kartlis“
und „Das Leben kartlis“ ) wird Mirian als der erste
Ibererkönig genannt, der den christlichen Glauben
angenommen und das Christentum zur Staatsreligon in
Kartli eingeführt hat. Als Datum dieses Ereignisses
wird das Jahr 337 vermutet.
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König Wachtang Gorgassal
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Der im 4. Jh. in Iberien
herrschende König Wachtang mit Beinamen Gorgassal
ist in der Geschichte Georgiens als ein energischer
Politiker, hervorragender Feldherr und Beschützer
des Christentums eingegangen. Mit seinem Namen ist
auch die Begründung von Tbilisi, der Hauptstadt Georgiens
verbunden.
Die Jahre, als Wachtang den Thron bestiegen hatte,
waren eine äußerst schwere Zeit für Kartli: Die andauernden
Aggressionen von dem sasanidischen Iran einerseits
und die räuberischen Überfälle der nördlichen Nomaden
andererseits ließen das Land und die ganze Bevölkerung
nicht in Ruhe. Die heimischen Feudalherren standen
dem neuernannten König oppositionell gegenüber und
auch in der Kirche bildete sich eine Opposition heraus.
Der weitsichtige König widmete sich energisch der
Stärkung der Zentralgewalt und dem mühsamen Kampf
für die Unabhängigkeit seines Landes. In erster Linie
hat er jedoch wichtige anstehende Reformen in der
Kirche durchgeführt, die aus dem Konflikt mit dem
Erzbischhof Michael entstanden waren. Das Hauptziel
seiner Reformen lag vor allem in der Stärkung der
politischen Macht des Landes auf die Kirche. Dem König
gelang es, den Erzbischof zu besiegen und das Amt
des Kathalikos einzuführen, was zugleich die Anerkennung
der Autokephalie der georgischen Kirche bedeutete.
Außer der Durchführung der kirchlicher Reform ist
die Intensivierung des Städtebaus als ein weiterer
Verdienst Wachtangs zu bewerten. Von ganz besonderer
Bedeutung ist jedoch die Gründung der Stadt Tbilissi.
der Legende nach, als der König Wachtang in der Umgebung
des heutigen Tbilissi jagte, stieg ein Fasan vor dem
König auf. Wachtang ließ seinen abgerichteten Habicht
auf den Fasan los, beide Vögel kämpften stark gegeneinander
und nach einer Weile war keiner von ihnen zu sehen;
Nach langem Suchen fand man sie abgebrüht in einer
heißen Quelle. Wachtang gefiel der Ort und Befahl,
dort eine Stadt zu erbauen. Wegen den vielen heißen
Quellen wurde die Stadt Tbilissi (tbili georg. warm)
genannt. Später hat der Erbe Wachtangs, der König
Datschi I. die Mauern von Tbilisi hochgezogen und
die Stadt zur Hauptstadt gemacht.
Wachtang begann den Kampf gegen die Sasaniden mit
der Eroberung der Pässe des Nordkaukasus, um sich
den Rücken freizuhalten. Er unterwarf die Osseten
und andere nordkaukasische Stämme, errichtete mächtige
Verteidigungsbauten, die er das dariali-Tor nannte
und erst dann zog er in den Krieg gegen die Iraner,
zuvor unterwarf er jedoch die eigenwilligen Feudalen.
Zunächst gelang es Wachtang die Iraner zu besiegen,
als jedoch im Jahre 483 die sasanidischen Truppen
in Kartli einfielen, musste er in die Berge flüchten.
Als der sasanidische König Peros starb, nahm Wachtang
den Kampf erneut im Jahre 502 auf. Der Überlieferung
nach ist er im Krieg von dem Verräter ermordet worden.
Nach dem Tode Wachtangs beherrschten die Sasaniden
das Königsreich Kartli. 583 schafften die Iraner die
in Kartli schon seit den 80er Jahren des 3 Jh. v.
Chr. bestehende königliche Macht ab, von nun an regierte
das Land ein aus dem Iran entsandter Statthalter,
der die höchste Militär- und Zivilmacht hatte.
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Lazika – Das Reich von Egrissi
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Als Lazika wird in den
byzantischen Quellen der Staat der westkartwelischen
Stämme der Lasen (Nachkommen der Kolchen) bezeichnet,
der in dem zentralen Teil des heutigen Westgeorgiens
entstanden war. In den altgeorgischen Quellen wird
dieser Staat Egrissi genannt. (Der Stamm egr bildet
die Bezeichnung der westkartwelischen Stämme der Megrelen).
Seit dem 4. Jh. n. Chr. begann das gestärkte Lasenreich
zu expandieren und sein Territorium zu vergrößern.
Es umfasste die gesamte östliche Schwarzmeerküste
von Pytyus (heute Pitzunda) bis hin zum Fluss Apsar
(heute Tschorochi), im Osten erstreckte es sich bis
zum Lichi (Surami-) Kamm und nördlich umschloss es
das Bergland von Abchazien und das ganze Swanetien.
Von den zahlreichen griechischen Quellen über Lazika
erfährt man, das dieser Staat durch ihre hochentwickelte
Landwirtschaft bekannt war. Die Grundlage der lazischen
Wirtschaft bildete der Ackerbau. Historiker berichten
auch von einem entwickelten Weinbau, einer weiten
Verbreitung verschiedener Getreidesorten sowie von
zahlreichen anderen landwirtschaftlichen Zweigen.
Die wichtigen Städten des Reiches waren Archäopolois
(griech. „die alte Stadt“, Nokalakevi georg. „die
Stelle, an der früher eine Stadt gegeben hat), Kutaissi,
Rhodopolis (Wardziche georg.), die Küstenstädte: Pitius
(Bitschwinta georg.), Dioskurias (heute Sochumi),
Phasis (heute Poti). Die letztere war durch ihre Akademie
– eine berühmte Schule der Philosophie und Rhetorik
bekannt.
Seit dem 4 Jh. scheint auch in Lazika das Christentum
als Staatsreligion eingeführt worden zu sein. Manche
alten Quellen berichten sogar über zwei Schüler von
Christus, Andreas und Simeon von Kana, die im 1. Jh.
in dieser Region das Christentum verbreiteten.
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Die arabische Invasionen
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Der erste Einfall der
Araber war im Jahre 642/643 in Kartli. Damls leistete
das Land solchen Widerstand gegen den Feind, dass
die Araber den Rückzug antreten mussten. Zehn Jahre
später (654-655) brachen die Araber erneut in Kartli
ein und eroberten das Land. Sie haben hohe Tribute
für die Bevölkerung eingesetzt. Ab und zu brachen
die Aufstände im Land gegen die Eroberer aus, die
mit großer Grausamkeit unterdrückt wurden. Zu einer
der Strafmaßnahmen zählte der Einfall des arabischen
Feldherrn Murwan, mit Beinamen Taube während der Jahre
735/736. Er verwüstete das ganze Land und brannte
es nieder und richtete alle Vertreter lokaler Aristokratie
hin, die sich weigerten zum Islam überzutreten. Um
die Wende des 8. zum 9. Jh. wurden viele Teile des
Landes von der arabischen Herrschaft befreit. Seither
konnten die Araber nur in Tbilissi, wo ihr Emir saß
und im Südotsen Fuss fassen. Auf dem übrigen Territorien
bildeten sich jedoch kleine unabhängige Königsreiche
und Fürstentümer heraus. Trotz schwierigster wirtschaftlicher
und politischer Bedingungen aufgrund der arabischen
Invasionen blühte das kulturelle Leben. Es wurden
auf von den Arabern befreiten Territorien zahlreiche
Kirchen und Klöster gebaut. Besonders bemerkenswert
sind die Tätigkeiten von dem Geistlichen Grigol von
Chandzta und seinen Schülern in der Provinz Tao-Klardscheti,
wo sie das ganze Monasterium errichtet haben. Der
Verdienst des hervorragenden Georgiers Grigol von
Chandzta hat der Schriftsteller des 10. JH. Giorgi
Merchule in seinem Werk „Das Leben von Grigol Chandzteli“
geschildert.
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Die vereinigte georgische Monarchie
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Die erste Vereinigung
aller politischen Einheiten und Stämme Georgiens zu
einer gemeinsamen Monarchie fand erst am Ende des
10. Jh. statt. Dieser Prozess hat von der südwestlichen
georgischen Provinz Tao-Klardscheti angefangen, wo
das fürstliche Geschlecht von Bagrationi ansässig
war. Im Jahre 980 gelang Bagrat dem III. aus der Bagratiden
Dinastie die erste vereinigte georgische Monarchie
zu bilden und damit begann auch die neue Ära in der
Geschichte Georgiens, das mehr als tausend Jahre,
bis zum 1801 (Russische Annexion) von der Dinastie
Bagrationen regiert werden sollte.
Außerhalb der Regierungsmacht von Bagrat III. verblieb
Kartli mit Hauptstadt Tbilissi, wo seit 7 Jh. (Arabische
Invasion) der arabische Emir herrschte.
Während der Regierung des Nachfolgers von König Bagrat
III. eskallierte die politische Situation im Lande.
Die eigenwilligen Feudalherren versuchten immer wieder
ihre politische Macht und Rechte zu vergrößern und
damit die Zentralregierung zu schwächen. Dazu kamen
noch sei den 60-70er Jahren des 11. Jh. die ständigen
Einfälle von Seldschuken, die das Land verwüsteten.
So bestand seit dem Ende des 11.Jh. die Herausforderung
der Rettung des georgieschen Staates sowie der georgischen
Nation.
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König Dawid IV. der Erbauer
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Im Jahre 1089 hat der
16 jahrige Dawid IV. den Thron bestiegen. Der
junge, energische König hat seine Tätigkeit damit
angefangen, dass er als erste große Tat den unerbittlichen
Kampf gegen die separatistischen Feudalen durchführte.
Den Schlüssel zur Befreiung und Wiederherstellung
seiner Heimat sah König Dawid nur in der Hand der
mächtigen Zentralregierung. Der Stützpunkt seines
Kampfes war ein treugesinntes und verlässliches Heer
aus Bauern und Dienstadel sowie die vergrößerte Reiterei.
Als eine der wichtigsten Maßnahmen bei der Aufstellung
des anstehenden Heeres muss die Einberufung von Kiwtschaken
(nordkaukasischer Stamm) genannt werden, die nach
Georgien einsiedelte und Ländereien erhielten. Dafür
musste jede Familie einen Krieger für den ständigen
Militärdienst zur Verfügung stellen. Auf diese Weise
hatte Dawid bald 40.000 stark abgerichtete und treue
kiwtschakische Krieger. Jetzt begann der König mit
der endgültigen Befreiung aller georgischen Länder
von den ausländischen Eroberern. Zu dem ntscheidenden
Kampf kam am 12 August 1121 auf dem Didgori-Feld in
der Nähe von Tbilissi, wo 60.000 georgische Krieger
unter König Dawids Führung das zahllose türkische
Heer besiegte. Nach diesem Kampf wurde letztendlich
die Hautptstadt Georgiens Tbilissi befreit, die 400
Jahre von den Arabern erobert war. Die Stadt wurde
daraufhin feierlich zum Königssitz und Landeshauptstadt
erklärt.
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König Dawid IV.
– ein hochgebildeter Mensch, bemühte sich viel um
die Entwicklung der Wissenschaft und Kultur in Georgien.
In der Zeit seiner Herrrschaft wurde das prachtvolle
Kloster von Gelati (in der Nähe von Kutaisi) gebaut.
Beim Kloster befand sich die bekannte Akademie – das
Zentrum der Wissenschaft, die Dawid im Jahre 1106
gründete. Auch in dieser Zeit wurde die herrliche
Ikone von Gottesmutter mit Jesus in der Hand aus der
Kirche von Zarzma, Meskhetien, angefertigt.
König Dawid IV. ist eindeutig die wichtigste Persönlichkeit
in der Geschichte Georgiens. Das dankbare Volk hat
ihn „Dawid den Erbauer“ genannt. Er starb tragisch
bei der Jagd im Alter 52 und wurde laut seinem Testament
im Kloster von Gelati bestattet.
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König
Dawid der IV.
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Blütezeit Georgiens – Das Königtum
von Tamar
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Im Jahre 1178 regierte
zum ersten Mal in der Geschichte Georgiens eine Frau.
Als Nachfolgerin des Königs Giorgi III (er
hatte keinen Sohn) wurde die junge und schöne Tamar
von ihrem Vater als Mitherrscherin erklärt.
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Königin
Tamar
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Die Zeit des Königtums
von Tamar (1184-1207) ging in die Geschichte
Georgiens als „Die goldene Epoche“ ein. Am Ende
des 12. und am Anfang des 13. Jh. erreichte
Georgien die Spitze seiner Entwicklung. Das
Land, dessen Grenzen gut geschützt waren und
wo das Volk keine Angst mehr vor den ausländischen
Eroberern zu haben brauchte, erlebte seinen
großen Aufschwung.
Im Jahre 1204 hatte Georgien die gesamte südwestliche
Schwarzmeerküste seinem Einflussbereich zugeordnet
und einen selbstständigen Staat, das Königreich
von Trapezunt gegründet.
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Zu diesem Zeitpunkt
der besonderen politischen Stärke und des wirtschaftlichen
Aufstiegs erreichten auch die Kultur und Wissenschaft
ein hohes Niveau. Als Spitze der damaligen Baukunst
bildet die Höhlenstadt Wardzia in Meskhetien,
die noch heute die Besucher bewundern. Eines
der prächtigsten Beispiele für den außerordentlich
hohen Stand der damaligen Goldschmiedkunst ist
der Tryptichon der Muttergottes aus Chachuli.
Auch die Buchmalerei in den Evangeliaren zählt
zu den bemerkenswerten Kunstschöpfungen damaliger
Zeit.
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Höhlenstadt
Wardzia
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Die bekannten
georgischen Goldschmiede Brüder Opizari haben
uns prachtvolle Werke hinterlassen. Auch das
philosophische Denken hat sich entwickelt. Die
herausragenden Vertreter auf diesem Gebiet waren
Ephrem Mzire und Ioane Petrizi.
Das 11. und 12 Jh. ist die Blütezeit der georgischen
Literatur. Der Höhepunk der georgischen Poesie
ist das Poem „Der Recke im Tigerfell“ von Schota
Rustaveli, das in der Zeit von Tamar geschrieben
worden sein muss.
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Die mongolischen Invasionen
Im Jahre 1125 wurde
Georgien zum ersten Mal von den Horden des Sultans
von Chorezm, Dschelal ad-Din überfallen. Nach dem
schweren Widerstand gelang es dem Land, sich von Mongolen
zu befreien, doch bald, im Jahre 1235, wurde Ostegeorgien
erneut durch die mongolische Invasion ins Unglück
gestürzt. Die Mongolen zerstörten und verwüsteten
das ganze Land und führten hohe Tribute ein. Die langfristige
Herrschaft der ausländischen Eroberern verbreitete
sich nicht nach Westgeorgien.
Die Befreiung des Landes von den Mongolen ist dem
König Giorgi V. vom Volk brzkinvale,
d.h. „den Glanzvollen“ genannt, (1318-1346) zuzuschreiben.
Im Jahre 1334 gelang es ihm, die Eroberer vollständig
aus dem Land zu vertreiben. Das verwüstete Land begann
aufzuatmen und seine Wirtschaft erlebte erneut den
Aufschwung. Bald wurde aber die Ruhe durch den Überfall
des grausamen Mongolenfürsten Tamerlan (Timur-i Läng)
aufgelöst. In der Zeit von 1386 bis 1403 war Georgien
mehr als acht Mal den verheerenden Überfällen Timurs
ausgezetzt. Erst nach seinem Tod gelang dem Land unter
dem König Alexander I. dem Grossen (1412-1442) sich
von der fremdländischen Herrschaft zu befreien und
wiederaufzubauen.
Georgische Königreiche unter
den Aggressionen des Irans und der Türkei
In der 2. Hälfte des
15. Jahrhunderts war der einheitliche georgische Staat
in einige kleinere Königreiche und Fürstentümer zerfallen.
Zuerst bildeten sich das Königreich Kartli sowie Kachetien,
Imeretien und das Fürstentum Samzche-Saatabago heraus.
Später, im 16/17 Jh. trennten sich vom Königreich
Imeretien die Fürstentumer Odischi (Megrelien), Gurien,
Abchasien und Swanetien.
Die gesamte darauf folgende Geschichte Georgiens verlief
mit dem ununterbrochenen Kampf gegen Aggressionen
von außen. Die ständigen Kriege mit der osmanischen
Türkei einerseits und dem safawidischen Iran andererseits
vernichteten die Bevölkerung und das ganze Land.
Doch während der kurzen Erholungsphasen besaß Georgien
genug Kraft für große Kulturleistungen. Die von den
Eroberern zerstörten Kirchen und Klöster wurden wiederaufgebaut
und mit neuen Fresken geschmückt. Bemerkenswert ist
im Jahre 1643 die Erneuerung der Wandbemalung der
georgischen Kreuzkirche in Jerusalem, die noch heute
Porträts der bedeutenden georgischen Persönlichkeiten,
darunter auch, Schota Rustaveli darstellt.
Auch die Literatur erlebte den besonderen Aufschwung.
17/18. Jh. gab uns eine Reihe großer georgischen Dichter
und Schriftsteller, wie Teimuraz I. König von
Kachetien, Sulchan-Saba Orbveliani, Dawid Guramischwili,
Besiki (Besarion Gabaschwili.)
Bemerkenswert ist die Zeit der Herrschaft des Königs
Wachtang VI. in Kartli, unter dem es zu einem
Aufschwung kam. Die königliche Garde (eine Art „Sicherheitstruppe“)
diente zur Stärkung der zentralen Macht, der Sklavenhandel
wurde durch einen königlichen Erlass verboten, entvölkertes
Land wieder besiedelt, Bewässerungsanlagen und -bauten
wieder rekonstruiert, der Handel lebte auf, das kulturelle
Leben wurde angeregt. 1709 wurde in Tbilissi auf Initiative
von Wachtang VI. die erste Buchdruckerei eingerichtet,
in der schon 1712 die erste Auflage des Epos „Der
Recke im Tigerfell“ von Rustaveli erschienen ist.
Wiederum auf Wachtangs Initiative wurde ein Ausschuss
„gelehrter Männer“ gebildet, der die Chronik „das
Leben Kartlis“ redigieren und ihre Fortsetzung verfassen
sollte. Diese Aufgabe hat der Sohn des Königs Wachuschti
Bagrationi übernommen. Seine historische und geographische
Beschreibung Georgiens ist heute noch großer Bedeutung.
Georgien als Teil des russischen
Imperiums
In den 40er Jahren gelang
es Ostgeorgien, sich von der Herrschaft des Irans
zu befreien und die Königreiche von Kartli und Kachetien
wurden vereinigt. Doch die Erholungs- und Aufschwungsphase
des Landes hat nicht mehr lange gedauert, da die Angriffe
des Irans dem Lande große Gefahr bereitete. So bat
der König von Kartl-Kachetien Erekle II. Russland
um Hilfe. Im Jahre 1783 wurde in Georgiewsk ein Staatsvertrag
abgeschlossen, der Ostgeorgien unter das Protektorat
Russlands stellte. Russland garantierte die politische
Unabhängigkeit Georgiens und die Unterstützung des
Landes im Falle einer fremden Aggression. Doch hielt
sich Russland nicht an die Vertragsabstimmungen und
kehrte Georgien in der Not den Rücken.
Im Jahre 1795 fiel der neue Herrscher des Irans Aga
Mohammed Khan ins Land ein. Nicht weit von Tbilissi–
in Krzanissi kam es zu einem erbitternden und ungleichen
Kampf, wo die Iraner den Sieg errungen. Danach fielen
sie in Tbilissi ein und zerstörten unbarmherzig die
Stadt. Die friedliche Bevölkerung wurde mitleidlos
abgeschlachtet. Erneut setzten schwere Zeiten, Verfall
und Chaos ein. Die Überfälle der nordkaukasischen
Nomaden nahmen kein Ende.
Im Jahre 1798 starb König Erekle II. Sein Sohn Giorgi
XII. war der letzte König von Kartl-Kachetien. Unmittelbar
nach seinem Tod , am 16. Februar 1801 gliederte der
Zar Alexander I. zunächst Ostgeorgien an Russland
an und setzte dort die königliche Regierung ab. Später
fallen auf dieselbe Weise das Königreich von Imeretien
und alle Fürstentümmer an Russland. Alle Volksaufstände
gegen die Kolonisation wurden mit großer Grausamkeit
unterdrückt.
Im Jahre 1832 organisierte der georgische Adel eine
Verschwörung, die sich das Zurückgewinnen der Unabhängigkeit
des Staates und die Restaurierung der Dynastie der
Bagrationen zum Ziel setzte, doch wurde die Verschwörung
aufgedeckt und die Teilnehmer nach Sibirien verbannt.
In der zweiten Hälfte der 19. Jh. entwickelte sich
die nationale Freiheitsbewegung, an deren Spitze der
hervorragende Georgier Ilia Tschawtschawadze stand.
Zusammen mit seinem Anhänger und Freund, dem bekannten
georgischen Dichter Akaki Tzereteli kämpfte er unermüdlich
für die georgische Sprache. Auf seiner Initiative
wurde die „Gesellschaft für die Bekämpfung des Analphabetentums
unter den Georgiern“ gegründet. Das zaristische Russland
sah einen erbittenden Feind in der Fugur Tschawtschawadzes
und arbeitete den Plan seiner Entfernung aus. Im Jahre
1907 wurde der große Georgier, Ilia Tschawtschzawadze
im Auftrag des zaristischen Russlands ermordet. Aber
damit hat der Kampf für die Unabhängigkeit Georgiens
nicht aufgehört.
Die erste unabhängige demokratische
Republik Georgiens
Am 26. Mai 1918 wurde
von dem am 19. November 1917 gegründeten Nationalen
Rat die Unabhängigkeit Georgiens erklärt: Georgien
wurde zu einer demokratischen Republik und zu einem
neutralen Staat. Am Mai 1920 erkannte Russland die
Unabhängigkeit seines Nachbarlandes an. Aber bald
daraufhin drang die Rote Armee, die sog. 11. Armee
des kommunistischen Russlands ins Land ein und annexierte
die Unabhängigkeitserklärung. Die Regierung Georgiens
floh ins Ausland. So wurde Georgien ein weiteres Mal
Untertan Russlands.
Georgien als Teilrepublik der
Sowjetunion
Die „Georgische sozialistische
Sowjetrepublik“ war die Bezeichnung Georgiens als
Teilrepublik der Sowjetunion. Das Land hatte wie alle
andere 14 Republiken des Staates das Zentralkomitee
mit Sitz in Tbilisi.
Georgien zählte in der sowjetischen Zeit zu einer
der führendsten Republiken der Sowjetunion. Das Land
mit zahlreichen Kurorten und wunderschöner Landschaft
gab gute Bedingungen für den erfolgreichen Tourismus.
Die Schwarzmeerküste, insbesondere in Abchasien, wo
sich im ganzen Staat wohlbekannte Kurorten befanden,
wie Pitzunda, Gagra , Miusera, Axali Atoni, Sochumi
u.a. waren die beliebtesten Urlaubsorten in der ganzen
Sowjetunion.
Während der Sowjetunion entwickelte sich in Georgien
auch die Wirtschaft, insbesondere die Schwerindustrie
und die Landwirtschaft.
Natürlich verlief vieles im vorgeschriebenen Rahmen
des „sozialistischen Realismus“. Besonders schwer
war es für Künstler, diesen Rahmen zu durchbrechen
und ihre Werke mit anderem (national-patriotisch,
historisch) Charakter zu schaffen. Viele von denen
gelangen in Ungnade. Besonders schonungslos waren
die s.g. „30er Repressionen“. In den Jahren 1937-1938
wurden über 100.000 Menschen erschossen oder in die
Gefangenlager nach Sibirien verschleppt. Unter den
Opfern des sowjetischen Regime waren solche bekannten
Persönlichkeiten, wie der Schriftsteller Michail Dschawachischwili,
Lyriker Tizian Tabidze, Dirigent Ewgeni Mikeladze.
Der größte Teil der Intelligenz wurde auf diese Weise
vernichtet. 1951 deportierte man im Laufe einer einzigen
Nacht diejenigen Familien, die Verwandten im Ausland
hatten. Am 9. März 1956 schlug man in Tbilissi eine
Demonstration junger Menschen nieder ; Hunderte von
denen verloren das Leben.
Trotz der Brutalität der sowjetischen Regierung und
KGB (sowjetischer Sicherheitsdienst) hörte die s.g.
„unterirdische Bewegung“ gegen das herrschende Regime
und für die Unabhängigkeit nicht auf.
Im Jahre 1978 kam es zu einer großen Auseinandersetzung
zwischen der georgischen Jugend und dem Kreml, als
Moskau die Georgische Sprache als Amtssprache in der
Republik Georgiens abzuschaffen und es mit Russisch
zu ersetzen versuchte. Tausende von Studenten protestierten
gegen dieses Gesetz vor dem Regierungshaus in Tbilissi.
Letztendlich gelang es denen ihre Forderungen durchzusetzen,
Georgisch blieb wie vor als Amtsprache Georgiens,
die georgischen Schüler und Studenten durften ihre
Ausbildung auf eigener Muttersprache bekommen.
Die nationale Freiheitsbewegung stärkte sich insbesondere
am Ende der 80er Jahren. Im April 1989 verlangten
Hunderttausende von Menschen Unabhängigkeit Georgiens.
Die friedlichen Demonstranten wurden von der speziellen,
mit Panzern ausgestatteten Truppe der sowjetischen
Armee vertrieben. Über 20 Menschen, darunter auch
2 Schülerinnen kamen ums Leben und etwa 40.000 erlitten
die schwere Gasvergiftung.
Trotz dieser brutalen Maßnahme hörte der Kampf für
die Unabhängigkeit Georgiens nicht auf. Die Leader
der Freiheitsbewegung Swiad Gamsachurdia und Merab
Kostava kämpften unermüdlich für das Recht auf die
offenen Wahlen des obersten Rates. In dieser wichtigen
Phase der Nationalbewegung war der Tod Merab Kostavas
am 13. Oktober 1990 ein großer Verlust.
Der neue unabhängige demokratische
Staat Georgiens
Am 28. Oktober 1990
fanden in Georgien die ersten demokratischen Wahlen
statt. Es wurde das erste Regierungsorgan im Land,
der oberster Rat aufgewählt. Der absolute Gewinner
(mehr als 80%) war der politische Block „Runder Tisch
– Freies Georgien“, an dessen Spitze Swiad Gamsachurdia
stand. Der letzte wurde als Vorsitzende des obersten
Rates gewählt.
Am 31 März 1991 fand in Georgien ein Referendum statt,
bei dem die Bevölkerung die Möglichkeit hatte, zwischen
dem unabhängigen Georgien oder Georgien als Teil der
Sowjetunion zu wählen. Die Mehrheit war für die Unabhängigkeit
des Landes. Aufgrund dieses Referendums har Swiad
Gamsachurdia am 9. April 1991 die Unabhängigkeit Georgiens
feierlich erklärt. Kurz danach, am 26. Mai des gleichen
Jahres fanden die ersten Präsidentschaftswahlen im
Land statt. Der erste Präsident Georgiens wurde Swiad
Gamsachurdia. Doch bald wurden sowohl die innere Oppposition,
als auch die reaktionären Kräfte Russlands aktiv.
Auch der Konflikt im autonomischen Gebiet Südossetiens
eskalierte, wo es zu bewaffneten Auseinandersetzungen
zwischen Georgiern und Osseten kamen. Die Georgische
Bevölkerung musste bald die historische Provinz Georgiens
Schida Kartli verlassen und in benachbarte Teile des
Landes fliehen. Noch bis heute halten sich die Flüchtlinge
aus diesem Gebiet in verschiedenen Orten Georgiens
auf.
Im Dezember 1991 wurde ein bewaffneter Ausstand provoziert,
der den Beginn des Bürgerkrieges markierte. Die Regierung
des Präsidenten Swiad Gamsachurdia wurde gestürzt,
selbst der Präsident mit seiner Familie und Anhänger
floh nach Tschetschenien.
Nach diesem Prozess nahm der sog. Militärrat die Machtsausübung
in die Hand. Das Land versank daraufhin inm Chaos:
Energie und Wirtschaftssysteme brachen zusammen, Hungersnot
und Raub gehörten zum Alltag. Die friedlichen Demonstrationen,
die den Rücktritt von sog. Chunta (Putschisten) und
die Rückkehr der nationalen Regierung verlangten,
wurden erschossen.
Im März 1992 kam Eduard Schewardnadze, der ehemalige
Vorsitzende des Zentralkomitees des sowjetischen Georgiens
und späterer Außenminister der Sowjetunion aus Moskau
nach Tbilissi und übernahm die Regierung. Er wurde
zum sog. Staatsoberhaupt und später 1995 zum Präsidenten
Georgiens.
Am 14. August 1992 wurde von den exterritorialen Kräften
der Krieg in Abchasien (autonomische Republik in Georgien)
provoziert. Die Abchasen, deren Anzahl zu keinem Zeitpunkt
17% der Gesamtbevölkerung der autonomen Republik überstiegen
hat, verlangten den Austritt aus dem georgischen Staat.
Der darauffolgende Krieg wurde im September 1993 damit
beendet, dass 300.000 Georgier aus ihrer Heimat fliehen
mussten. Den von Russland gut mit Geld und Waffen,
auch mit besseren Streitkräften unterstützten Abchasen
gelang es, die ethnische Reinigung der Georgier in
Abchasien zu organisieren und die Republik vom gesamten
Staat abzutrennen. Bis heute existiert Abchasien neben
dem Südossetien als abtrünnige Republik, der zwar
von der Außenwelt nicht als ein selbstständiger Staat
anerkannt worden ist, aber sein eigenes Parlament
und Präsidenten hat.
In der Präsidentenzeit Schewardnadzes (1995-2003)
hat sich zwar die politische Lage im Land verbessert:
Gesetzeswidrige Aktivitäten der bewaffneten Gruppierungen
haben ein Ende genommen, mehrere Länder haben die
Unabhängigkeit Georgiens anerkannt, 1999 wurde Georgien
in den Europarat aufgenommen, die außenpolitischen
Beziehungen wurden reger, aber die wirtschaftliche
und soziale Lage des Landes blieb unverändert. Die
Hungersnot und Korruption erhöhten sich Jahr zu Jahr.
Am 23. November 2003 musste die Regierung Schewardnadzes
zurücktreten. Die Volksmassen standen bei Tag und
Nacht, auch im furchtbaren Unwetter vor dem Regierungshaus
in Tbilissi und verlangten den Rücktritt des Präsidenten.
Am 23. November 2003, nachdem den Demonstranten ins
Regierungshaus gelang, erklärte Präsident Schewardnadze
seinen Rücktritt. Dieses Datum ging in die Geschichte
Georgiens mit dem Namen „Rosenrevolution“ ein.
Nach diesem Prozess wurde eine vorübergehende Regierung
geschaffen, an deren Spitze der ehemalige Vorsitzende
des Parlaments und spätere Oppositionär Schewardnadzes
Nino Burdjanadze stand.
Am 4. Januar 2004 fanden die Präsidentschaftswahlen
und später am 28. März 2004 die Parlamentswahlen im
Land statt. Der eindeutige Favorit war der Parteiblock
„Nationale Bewegung“ mit seinem Vorsitzenden Michael
Saakashvili, der als Präsident gewählt wurde.
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