Georgische Goldschmiedekunst
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Die Werke der georgischen
Goldschmiedekunst stellen einen bedeutenden Teil der
georgischen Kultur dar. Die Ursprünge der Goldschmiedekunst
in Georgien sind in der Kunstwissenschaft umstritten.
Die georgischen Goldfunde aus den frühen Hügelgräbern
lassen keinen Vergleich zu den südlich vom Kaukasus,
d.h. in Anatolien gefundenen Goldschmiedestücken zu,
sowie zu denen der Maikop-Kultur im Kaukasusgebiet,
die ebenfalls eine hochentwickelte Goldschmiedekunst
aufweist.
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In Georgien tritt Gold erstmals
in der Epoche der frühen Hügelgräber in der Früh-Bronzezeit
auf. Gold wurde in Georgien vermutlich lokal gewonnen, denn
in Ostgeorgien existieren einige Golderzlagerstätten mit alten
Gewinnungsspuren. Die damaligen Goldschmiedemeister bevorzugten
offenbar das Gold vor dem Silber, denn in den frühen Kurganen
gibt es mehr Gold-, als Silberfunde.
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Beachtenswerte
Funde sind Goldnadeln und Netzanhänger. Der bedeutendste
Fund aus dieser Zeit ist aber eine kleine goldene Löwenfigur
aus einem Bedeni –einem zeitlichen Hügelgrab
von Znori (in Kacheti): Sie ist das früheste
Beispiel einer Tierskulptur dieser Art, die bislang
in Transkaukasien gefunden worden ist. Die Figur ist
gegossen, der Körper und der lange gelockte Schwanz
des Tieres sind sehr fein bearbeitet.
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Löwenfigur aus Gold,
Kacheti (2. Hälfte 3.Jt. v. Chr.)
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Trialeti-Kultur
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Goldener, doppelwandiger
Becher
aus dem Kurgan von Trialeti, 18.-17. Jh. v. Ch.
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Die Goldschmiedekunst
der Trialeti-Kultur (Mittel-Bronzezeit) zeichnet
sich durch einen eigenen dekorativen Stil aus, dem Verzierungen
mit Edelsteinen, Inkrustationen und Granulation eigen
ist; die Formen und das Ornament entsprechen dabei dem
Prinzip des „Goldenen Schnitts“. Aus Gold und
Silber stellte man zudem Schalen und Trinkbecher her.
Solche Becher besitzen feine Formen und zeichnen sich
durch eine komplizierte Bearbeitungstechnik aus.
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Als Beispiel dieses hervorragenden
Kunstschaffens soll auf den berühmten Goldbecher aus einem
Kurgan in Trialeti hingewiesen werden, der mit Spiralen
aus feinem, gedrehtem Draht und mit Halbedelsteinen verziert
ist. Dieser Becher besitzt keine Parallele in Vorderasien
und auch sein Spiraldekor, den man häufig auf einheimischen
Tongefäßen wiedertrifft, lässt eine eher lokale Produktionsstätte
vermuten.
Kolchis-Kultur
Durch ein besonders hohes künstlerisches
Niveau zeichnen sich die Goldschmuckstücke aus Westgeorgien
aus, die die Hochentwicklung der Goldschmiedekunst des Kolchis-Kultur
bezeugen. Durch große Mannigfaltigkeit zeichnen sich die goldenen
Halsketten aus, bei denen in der Regel Perlen und Anhänger
miteinander abwechseln. Als Anhänger dienen kleine Vögel,
Schildkröten, Widder- Kalb- und Stierköpfe.
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Die Halskette, die zu den
in Wani gefundenen Goldschmuckstücken gehört, zeichnet
sich durch besonders feine Bearbeitung aus, die so charakteristisch
für die Goldschmuckstücke aus der Kolchis ist. Die Halskette
besteht aus einer Abfolge von Perlen und Anhängern,
die die Form einer Schildkröte haben. Die Anhänger sind
granuliert und mit glatten und geritzten Drähten verziert.
Ein Anhänger in der Mitte ist größer (2,95 cm lang)
als die anderen (1,95-2,05 cm). Die Perlen (6-7 mm)
sind kugelförmig und haben eine glatte, nicht verzierte
Oberfläche.
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Halskette mit kleinen
Schildkrötenfiguren aus Wani,
Gold (4 Jh. v. Chr.)
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Ohrringe mit Pferde- und
Menschenfiguren aus Wani, Kolchi,
Gold (4 Jh. v. Chr.)
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Eine eigene, ziemlich umfangreiche
Gruppe bilden goldene Schläfen- und Ohrringe. Größtenteils
sind ihre Formen nur für die Kolchis kennzeichnend und
außerhalb Georgiens meist unbekannt. Es handelt sich
um elegante Ohrringe, deren Ringkörper vorne mit einer
zierlichen Rosetten verziert ist; von ihm gehen strahlenförmig
feine Stäbchen aus, die in Pyramiden oder Dreiecken
aus feinstem Granulat enden. Besonders zu erwähnen ist
ein prächtiges Ohrgehänge aus dem 4. Jh. v. Chr. Mit
Darstellung zweier Reiter auf einer Art Wagen. Alle
Ohrringtypen aus den reichen Gräbern von Wani und anderen
kolchischen Fundorten haben ein kennzeichnendes Detail
gemeinsam: auf der Vorderseite des eigentlichen Ringes
ist eine Rosette befestigt, die immer reichlich mit
Granulation und Filigran verziert ist – eine nur in
der Kolchis verbreitete Eigenart.
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